Ausstellungen

„Verlorene Orte – Braunkohlenabbau und Strukturwandel im Delitzscher Revier“

18. Juni bis 30. Oktober 2022

Der Braunkohlenbergbau hat das Aussehen des Altkreises Delitzsch zwischen 1976 und 1993 stark verändert. Durch die Technologie des oberirdischen Abbauverfahrens wurden große Flächen an Natur- und Kulturlandschaften vernichtet.

Das Delitzscher Revier befand sich zwischen Leipzig und Bitterfeld und umfasste vier Tagebaue. In den Tagebauen Delitzsch-Südwest und Breitenfeld gingen die Dörfer Werbelin, Lössen, Grabschütz, Kattersnaundorf und Schladitz mit Kömmlitz verloren. Die Dörfer Paupitzsch und Seelhausen befanden sich im Abbaugebiet der Tagebaue Holzweißig-West und Goitzsche.

Die Sonderausstellung im Barockschloss Delitzsch erinnert an diese verlorenen Orte, die allesamt eine etwa 800-jährige Geschichte haben.

Das bäuerliche Leben prägte die soziale und wirtschaftliche Entwicklung dieser Region über Jahrhunderte. Mit der Bildung von Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) in den 1950er und 1960er Jahren und der intensiven Großfelderwirtschaft ging die massive Umgestaltung des gewohnten Landschaftsbildes einher.

Ein nächster Eingriff in die Landschaft erfolgte mit dem intensiven Braunkohlenabbau. Bedingt durch den internationalen Ölpreisanstieg 1973 steigert die damalige DDR-Regierung den Abbau des heimischen Energieträgers Braunkohle im eigenen Land. Mit den abgebaggerten Ortschaften verschwand auch die Kulturgeschichte der dort heimisch gewesenen Bevölkerung. Die gewachsenen dörflichen Gemeinschaften – bestehend in Verbundenheit aus Tradition, Zugehörigkeit und Identität – lösten sich durch die Umsiedlung der Menschen in verschiedene andere Orte auf.

Die Einstellung des Braunkohlenabbaus 1993 im Delitzscher Revier leitete eine nächste Umgestaltung der Landschaft ein. Gleichzeitig verschwanden mit dem Industriezweig Bergbau tausende Arbeitsplätze ersatzlos.

Heute erinnern nur noch die Namen der später entstandenen Seen, Informationstafeln und Gedenksteinen an die verlorenen Orte.

In der Ausstellung informieren Modelle, Textbanner, gesammelte Objekte aus den ehemaligen Orten und Bergbaugeschichte zu den verlorenen Dörfern.

Ausstellung von 18. Juni bis 30. Oktober 2022 im Museum Barockschloss Delitzsch
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr

Führungen zur Ausstellung: 26.6. / 10.7. / 28.8. / 2.10.22
jeweils sonntags um 14 Uhr


„Aufbruch in die Moderne“ – Historismus in Delitzsch

26. November 2022 bis 26. Februar 2023

Delitzsch profitierte während des industriellen Aufschwungs von der Nähe zur Messestadt Leipzig. Mit dem Anschluss Delitzschs an zwei Eisenbahnlinien erhielt die Stadt Zugang zum gesamtdeutschen Handelsnetz. In der Nähe der Bahnlinien entstanden Fabriken der Lebensmittelproduktion, wie die Zuckerfabrik, die Walzenmühle und das Schokoladenwerk.
Landwirtschaft, Braunkohleabbau und ein dichtes Straßennetz förderten das wirtschaftliche Wachstum der Region. Dies spiegelte sich auch im steten Anstieg der Bevölkerungszahlen wider.
Während des Historismus wurde in Delitzsch eifrig gebaut, neue Wohnviertel und viele öffentliche Bauten, wie Schul- und Bahnhofsgebäude entstanden und griffen auf den architektonischen Formenschatz der Vergangenheit zurück.
Die Ausstellung „Aufbruch in die Moderne – Historismus in Delitzsch“ präsentiert einen kleinen Querschnitt historistischer Objekte und entführt Besucherinnen und Besucher in die Zeit einer gestärkten Mittelschicht und des technischen Fortschritts.

Märchenausstellung

26. November 2022 bis 26. Februar 2023

Begleitprogramm zur Märchenausstellung

„Es war einmal …“ – Märchenlesung für Kinder jeweils um 11 Uhr

  • 27.11.2022 Märchen der Gebrüder Grimm
  • 11.12.2022 Tiermärchen
  • 15.01.2023 Märchen von Hans Christian Andersen
  • 29.01.2023 Tiermärchen
  • 05.02.2023 Abenteuermärchen von Wilhelm Hauff
  • 19.02.2023 Märchen von Hans Christian Andersen

„Als das Wünschen noch half…“ – Mitmachführung für Kinder jeweils um 11 Uhr

  • 18.12.2022
  • 19.02.2023
  • 22.02.2023